UPDATE: We found the Australian couple!

We did it. You did it. The internet did it. We finally found the Australian couple. The memory card will soon be on its way to Down Under. Thank you all very much for sharing and searching.


Here is the story:

My girlfriend and I went on a short trip to Stockholm at the end of May. On our last day we found a Micro SD card. On this memory card there are over 4.000 pictures and a couple of videos. They belong to a couple on a cruise from Copenhagen to Tallinn, St. Petersburg, Helsinki and Stockholm. Stockholm was their last port before returning to Copenhagen, so basically there is every single photo of their holidays on this SD card. We want them to get it back - please help us finding them.

What we know so far:

  • They are from Australia - or at least he is.

  • They did a cruise for 11 nights, starting from Copenhagen probably on May 24th. They stayed at least two more days in Copenhagen before the cruise. The tour ended in Copenhagen as well, on June 4th. They travelled with a ship called "Regal Princess" of Princess Cruises on a cruise like this (apparently, the dates are not the same):

  • We found their 32 GB Medion Micro SD card plus adapter on Tuesday, June 2nd around 1.30 PM right here in Stockholm:

  • One of them may be connected to Deakin University of Melbourne.

  • The first photo was shot with a Sony HX60V on November 11th 2014 (that is what EXIF told us).

  • The holiday photos were shot with a Sony ILCE-7, better known as alpha 7.

Unfortunately, we did not have any luck in contacting Princess Cruises or Deakin University. We hope for an email every day. (They got in touch, but with no success yet.) So you are our last hope. Please spread this blog post and help us to find the two Aussies so that we can send them their holiday memories. I think they would be really happy. Thank you very much!

Update June 9, 10.30 am: The Daily Mail has it covered and supports the search.

We did it. You did it. The internet did it. We finally found the Australian couple. The memory card will soon be on its way to Down Under. Thank you all very much for sharing and searching. Here is the story: My girlfriend and I went on a short trip…

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"Abschaum der Gesellschaft" - das ist keine Meinungsfreiheit

Wir haben heute bei MDR Sachsen-Anhalt über einen Prozessauftakt vor dem Magdeburger Landgericht berichtet. Eine Frau aus Quedlinburg soll zwischen 2010 und 2014 in mindestens sieben Fällen ihre minderjährige Tochter und Schwester zum sexuellen Missbrauch an Männer verkauft haben. Es ist eine schreckliche Tat, die emotional aufwühlt.

Die Angeklagte steht mit ihrem Anwalt vor dem Fenster im Gerichtssaal. Foto: Isabell Hartung Die Angeklagte im Magdeburger Gerichtssaal. Foto: Isabell Hartung

So reagieren die Menschen auf Facebook

Wie fast alle Artikel von mdrsachsenanhalt.de habe ich heute auch diesen Artikel auf unserer Facebook-Seite gepostet:

Der Fall schockiert ganz Deutschland: Eine 35-jährige Quedlinburgerin verkauft über Jahre ihre minderjährige Tochter und...

Posted by MDR Sachsen-Anhalt on Thursday, March 26, 2015

Es war zu erwarten, dass es bei dem sensiblen Thema des Kindesmissbrauchs sehr aggressive Kommentare geben wird. Doch so viel Hass habe ich selten erlebt. Der Aufreger war außschließlich das Mindestmaß der Haft von zwei Jahren - auch das war erwartbar. Mit Ausnahme von wenigen Posts sind alle 368 Kommentare (inkl. Replies, Stand 27.3., 20 Uhr) vorverurteilend, aggressiv, hasserfüllt - teilweise menschenverachtend.

Wir verfolgen auf unserer Facebookseite eine klare Netiquette. Jeder darf seine Meinung äußern, solange sie sachlich ist und den Gegenüber oder Dritte nicht angreift. Beleidigungen, Beschimpfungen, Aufrufe zu Gewalt und Selbstjustiz - all das löschen wir rigoros.

Alle Kommentare, die eine höhere Haftstrafe fordern, sind also mehr oder minder im Rahmen - und das waren alle, außer die von mir verborgenen. Die restlichen 39 beinhalteten übelste Hetze und Aufrufe zur Gewalt. Ich habe mich entschlossen, sie hier zu veröffentlichen. Die Autoren sind bis auf den Vornamen unkenntlich gemacht worden.

Ich mache das, weil mir einerseits solche Kommentare manchmal nahe gehen und ich als Fan des Rechtsstaates nicht verstehen kann, wie steinzeitlich einige Menschen denken - und ich das damit zeigen möchte. Andererseits sehe ich es wie meine Kollegen in Sachsen. Die haben am Anfang des Monats ein Plädoyer für mehr Respekt veröffentlicht, das Trollkommentare enthält und das ich uneingeschränkt teile.

Meinungsvielfalt ist wichtig. Aber das hier, hat nichts mit Meinung zu tun:

Wir haben heute bei MDR Sachsen-Anhalt über einen Prozessauftakt vor dem Magdeburger Landgericht berichtet. Eine Frau aus Quedlinburg soll zwischen 2010 und 2014 in mindestens sieben Fällen ihre minderjährige Tochter und Schwester zum sexuellen Missbrauch an Männer verkauft haben. Es ist eine schreckliche Tat, die emotional aufwühlt. Die Angeklagte im…

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Schöner twittern mit ¯\_(ツ)_/¯

Die Twitter-Diskussion ist auf ihrem Höhepunkt, alle haben wie wild mit lustigen Reaction-GIFs um sich geworfen, ein Meme-Schlacht liegt hinter einem und es bleibt einem nichts weiter übrig, als den Shruggie raus zu holen. Doch jedes Mal muss man wieder googlen, um den Smiley zu kopieren. Auf dem Desktop kann man das umgehen und sich ganz einfach Shortcuts anlegen - und auch auf dem iPhone klappt das problemlos. Android-Nutzer sind (mit der Standardtatstatur) aber aufgeschmissen und müssen immer wieder die Suche bemühen. Auch diese einfache Möglichkeit zum stilvolleren Twittern stellt sich ohne einen Shortcut sehr schwierig dar:

Man muss die Zeichentabelle bemühen oder diese Website bookmarken, um das zero-width space zu nutzen.

Mit der App Textspanion kann man auch auf Android ganz einfach mit unüblichen Zeichen umgehen. Zwar sind es keine Shortcuts - aber vielleicht ist diese Lösung sogar noch besser.

Ich habe mir bisher nur den Shruggie, Disapproval Look und das zero-width space abgelegt. Das geht ganz einfach, indem man oben rechts in der App auf das + klickt. Beim Short Name kommt euer Stichwort rein, beim Long Name die zu kopierende Zeichenfolge.

Die Funktionsweise ist danach ganz einfach. Mit einem Fingertip auf die entsprechende Zeichenfolge wird diese in die Zwischenablage kopiert und ihr könnt sie einfügen, wo ihr wollt. Für einen flüssigen Workflow empfehle ich die Einstellungen "End on Copy" und "Access from Status Bar". Ersteres schließt das Fenster nach dem Kopieren und man landet dort, wo man vorher war. In Kombination mit dem Einstieg über die Statusleiste braucht man die App nicht auf dem Homescreen ablegen, sondern kann sie immer direkt von dort aus öffnen, wo man sich gerade befindet.

Auf welche Zeichen könnt ihr beim Twittern überhaupt nicht verzichten?

Android app on Google Play

Die Twitter-Diskussion ist auf ihrem Höhepunkt, alle haben wie wild mit lustigen Reaction-GIFs um sich geworfen, ein Meme-Schlacht liegt hinter einem und es bleibt einem nichts weiter übrig, als den Shruggie raus zu holen. Doch jedes Mal muss man wieder googlen, um den Smiley zu kopieren. Auf dem Desktop kann…

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Weihnachtsmarkt bleibt Weihnachtsmarkt - auch in Magdeburg.

Seit Wochen geistern Behauptungen und Mutmaßungen über die Umbenennung zahlreicher "Weihnachtsmärkte" in "Wintermärkte" vor allem durch Facebook. Als Grund werden ominöse Religionsführer muslimischen Glaubens aufgeführt, die angeblich Druck auf die Lokalpolitik ausüben. Da wird schnell mal der Münchner Wintermarkt kritisiert; der heißt aber schon seit acht Jahren so. Und das keineswegs aus Rücksichtnahme auf andere Religionen. Auch die Bild am Sonntag befeuerte kürzlich die wildgewordenen Hüter des christlichen Glaubens, indem sie völlig verdreht über Berliner Winterfeste und -märkte berichtete.

Foto: https://www.flickr.com/photos/<em>timl/6392454227/in/photostream/ unter CC-by-sa 2.0 Blick vom Magdeburger Weihnachtsmarkt - Foto von _timl unter CC-by-sa 2.0

Der gesamten absurden Diskussion hatte dann eine Grafik der "Bürgerinitiative Gohlis sagt Nein" die Krone aufgesetzt:

Seit dem 9. Dezember geistert eine ähnliche Meldung zum Magdeburger Weihnachtsmarkt durch Facebook:

Der Post wurde durch den Poster gelöscht oder die Sichtbarkeit verändert.

Ein anonymer Taxifahrer namens Frank Frank will gehört haben, wie Mitarbeiter der IG Innenstadt (Teilhaber der Gesellschaft zur Durchführung der Magdeburg Weihnachtsmärkte mbH, Ausrichter des Weihnachtsmarktes) oder Mitarbeitern nahestehende Menschen in seinem Taxi über die Umbenennung des Magdeburger Weihnachtsmarktes in Wintermarkt diskutiert haben. Christliche Symbole und Weihnachtsmusik sollen auch gleich abgeschafft werden. Den ersten "Beweis" liefert die abgeschaltete Leuchtschrift "Weihnachtsmarkt" am Eingang. Frank Frank hört auch deutlich politischen Druck sowohl aus dem Rathaus als auch durch "muslimische Mitbürger" aus dem Gespräch heraus.

Der "Erfahrungsbericht" findet große Zustimmung und Mitgefühl unter seinen Followern, Freunden und anderen Facebook-Nutzern. Die meisten glauben ihm, reflektieren nichts, hinterfragen nichts. Es ist für sie ein weiterer Beweis für den stark wachsenden Einfluss von Muslimen in unserer Gesellschaft. Und Frank Frank befeuert die Kommentarspalte:

"Wenn es nicht so traurig wäre. ... ich sehe uns schon heimlich in den Wald schleichen und einen Tannenbaum klauen. Immer auf der Flucht vor der Scharia-Polizei. Zu Hause die Vorhänge schön abgedichtet damit der Blockwart nichts mitbekommt. 25 Stockhiebe für das begehen des Festes der Ungläubigen ist bestimmt nicht so toll."

Die Meute jubelt. Und kommentiert, dass man sich sowieso in Magdeburg schon diskriminiert fühle und dies eben die Realität sei. Und wehe, jemand verschließt die Augen vor dieser Tatsache.

Auch die IG Innenstadt und der Betreiber des Weihnachtsmarktes, die Gesellschaft zur Durchführung der Magdeburg Weihnachtsmärkte mbH, haben diese Nachricht vernommen und prompt ein Statement veröffentlicht:

Auf über 800 Shares, wie Frank Franks "Erfahrungsbericht" sie hat, kommt diese Meldung jedoch nicht. Doch statt das Statement anzuerkennen, zweifeln es mehrere User noch an.

"Na warten wir mal ab ob er nächstes Jahr noch So heisst. Bei der Bundesregierung bin ich mir da nicht mehr sicher." (Iron Ingo)

Die Gespräche sucht man gar nicht, man fragt auch nicht nach. Auf meine Nachfrage reagiert Geschäftsführer Alfred Raabe ganz bestimmt: "Es wird immer den traditionellen Weihnachtsmarkt geben." Die Behauptungen im Text von Frank Frank seien absolut erfunden. Er erzählt mir auch von dem Halleschen Weihnachtsmarkt, der eben auch nach Weihnachten geöffnet hat und einfach ab diesem Moment Wintermarkt heißt.

Vielleicht hat Frank Frank während seiner Taxifahrt ein Gespräch verfolgt, indem wer auch immer über eine Verlängerung des Magdeburger Weihnachtsmarktes gesprochen hat. Vielleicht fiel da auch das Wort Wintermarkt. Dass er das aber als "Islamisierung des Abendlandes" auslegt, ist absurd - aber auch nicht wirklich überraschend, betrachtet man seine "Gefällt mir" bei Facebook. Sowohl die PEGIDA als auch die MAGIDA, die noch untätigen Magdeburger gegen die Islamisierung des Abendlandes, gefallen ihm.

Deswegen kann er auch einfach behaupten:

"Grund ist, das sich unsere Muslimischen Mitbürger sich in ihrem Glauben durch den Weihnachtsmarkt zu tiefst verletzt fühlen."

Der erste Vorsitzende der Islamischen Gemeinde Magdeburg, Dr. Moawia Al-Hamid, ist erschrocken. "Das ist total erfunden!", sagt er mir am Telefon. "Wir respektieren alle Feiern von anderen Religionen, die in Magdeburg stattfinden." Er geht sogar gerne auf den Weihnachtsmarkt und möchte auf keinen Fall, dass dieser umbenannt oder irgendwie anders verändert werden sollte. Als Vorsteher, Imam und Vorsitzender könne er auch sehr gut den Zeitgeist seiner Mitglieder einschätzen. Leicht scherzhaft sagt er zum Schluss des Gesprächs: "Das einzige, was uns am Weihnachtsmarkt stört, sind die vielen parkenden Autos, die kreuz und quer vor unserer Moschee stehen. Aber das Problem hat Edeka auch." Und wenn man sich ein bisschen mit den Muslimen in Magdeburg beschäftigt, dann weiß man, dass sie zurzeit sowieso ganz andere Probleme haben als einen Weihnachtsmarkt, der auch so heißt.

Seit Wochen geistern Behauptungen und Mutmaßungen über die Umbenennung zahlreicher "Weihnachtsmärkte" in "Wintermärkte" vor allem durch Facebook. Als Grund werden ominöse Religionsführer muslimischen Glaubens aufgeführt, die angeblich Druck auf die Lokalpolitik ausüben. Da wird schnell mal der Münchner Wintermarkt kritisiert; der heißt aber schon seit acht Jahren so. Und das…

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Auf los geht's los.

Seit Jahren schiebe ich vor mir her zu bloggen. In den Zeiten, als es den Kulturschwärmer noch gab, hatte ich nicht wirklich Zeit dafür. Und irgendwie gab es für mich nicht so richtig Anlass - denn gerade stadt-, landes- und kulturpolitisch hatten wir vieles abgedeckt, was mich interessierte. Über Tech, Social Media und Lokaljournalismus gab es genug zu lesen und Meinung (zumindest zum Lokalen) konnte man eben im Kulturschwärmer finden.

Aber seit Oktober 2013 ist das KulturStadtMagazin, welches ich seit Dezember 2007 mit gestaltet hatte, nicht mehr in der Medienlandschaft Sachsen-Anhalts zu finden. Warum das so ist, hat der Herausgeber und mein Freund Alexander Bernstein "wunderbar" selbst beschrieben. Oft höre ich, dass der Schwärmer eine große Lücke hinterlassen hätte. Und das stimmt. Oder was hat man so über die neue Magdeburger Stadtschreiberin oder das Amt an sich gelesen? Oder (kritisch und differenziert) über den Neonaziaufmarsch im Januar? Oder die Kulturhauptstadtbewerbung?

Pack mer´s

Angepackt und losgelegt

Hinter dem Kulturschwärmer steckte ein Team, dass vieles abdecken konnte. Das kann und will ich gar nicht ersetzen. Aber ich möchte das eine oder andere kommentieren. Und möchte endlich im Netz publizieren. Vielleicht werde ich auch hin und wieder alte Texte und Interviews von mir hier veröffentlichen. Vermutlich werde ich auch zu (Medien-)Journalismus bloggen. Wie das eben beim Bloggen so ist - man schreibt über das, was einen bewegt. Und das wird sich hier entwickeln.

Projekte Ghost & Uberspace

Als erstes möchte ich mich dabei auch ausprobieren mit mir bis dahin unbekannten Sachen. Dazu gehören Blogging-Plattformen. Da ich auf schlichtes, schickes Design stehe, möchte ich dem ambitionierten Projekt Ghost eine Chance geben und nicht mit dem "Monster" Wordpress ringen.

Dazu ist für mich auch Hosting, CSS und auf Servern rumsauen recht neu. Umso gespannter bin ich auf die ganze Arbeit mit Uberspace. Als langjähriger Linux-Nutzer, Email-Verschlüsseler und FOSS-Fan kam mir da das Konzept von Uberspace entgegen. Und es unterstützt zum Gegensatz von meinem anderen Hoster Node.js out of the box. Und das braucht man für Ghost.

Ich freue mich auf jeden Fall auf alles, was hier passieren wird. Und ich würde mich freuen, wenn ihr mitdiskutiert. Oder wenn ihr Anregungen habt. Oder oder oder. Jetzt heißt es erstmal: Los geht's.

Seit Jahren schiebe ich vor mir her zu bloggen. In den Zeiten, als es den Kulturschwärmer noch gab, hatte ich nicht wirklich Zeit dafür. Und irgendwie gab es für mich nicht so richtig Anlass - denn gerade stadt-, landes- und kulturpolitisch hatten wir vieles abgedeckt, was mich interessierte. Über Tech,…

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5 Dinge, die das Dates bei #blockMD falsch gemacht hat

Twitterinterviews sind beliebt, gehen schnell und sind kurzweilig. Über den Sinn und Unsinn von solche Frage-Antwort-Spielen in 140 Zeichen kann man sicherlich streiten - nicht aber über den Inhalt und die Nachnutzung dieser Interviews.

Das Magdeburger Stadtmagazin Dates hat in seiner Februarausgabe ein Twitterinterview mit Robert Fietzke, Jugendkoordinator der Linksjugend [‘solid] und Mitinitiator des Blockadebündnisses #blockMD, abgedruckt. Dieses Bündnis hatte sich mehr oder weniger nach dem Neonaziaufmarsch 2013 gegründet, um mit einem breiten bürgerlichen Spektrum den folgenden Aufmarsch am 18. Januar 2014 zu blockieren.

Als ich den Abdruck in der aktuellen Ausgabe des Dates entdeckt habe, ist mir vor Schreck das Smartphone auf die Zeitschrift gefallen. Wieso, das möchte ich mit dieser Liste verdeutlichen.

Screenshot des Dates-Interviews

1. “Ziviler Ungehorsam braucht Öffentlichkeit”, das Dates liefert diese nicht.

Wer die Geschichte des Magdeburger Neonaziaufmarsches und die mediale Berichterstattung in den vergangenen Jahren verfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, dass sich das Dates dabei nie wirklich mit Ruhm bekleckert hat. In der Januar-Ausgabe sucht man vergeblich nach Aufrufen oder Berichten über die Meile der Demokratie, die Blockadebündnisse und die zahlreichen bunten Aktionen, die am 18. Januar 2014 geplant waren (Das läuft seit Jahren so. Lediglich die Kolumne “Stadtläufer” beschäftigte sich damit). Die Überschrift des “Artikels” ist pure Ironie und zeugt von einer Doppelmoral.

2. Wenn das Thema zu komplex ist, dann nimm kein Twitter-Interview.

Tweet von Robert Fietzke

Robert Fietzke sagt selbst, dass die umfängliche Antwort einfach nicht möglich ist. Und er hat Recht. Gerade bei einem Thema, das sehr umfangreich und komplex ist, wäre alles besser gewesen als ein Interview auf Twitter. Daran erkennt man aber auch die Unkenntnis (und das Desinteresse?) des Redaktion an den Thematik an sich. Kritische Fragen bleiben aus (es gibt ja noch die Meile der Demokratie und das Bündnis Magdeburg Nazifrei), Zusammenhänge in der Entwicklung des Neonaziaufmarsches spielen keine Rolle.

3. Twitter-Interviews sollen schnell viele Menschen erreichen. Dann sollte man sie auch so führen.

Konversation zwischen Dates und Robert Fietzke

Auch wenn der Twitterkanal @dates_md über 1.400 Follower und über 1.300 Tweets zählt, ist er doch nur ein verkrüppelter Ausspielweg für Facebookposts. Das Twitterinterview hat also möglicherweise auch das Ziel verfolgt, den Kanal bekannter zu machen und ihn typisch zu verwenden. Dass Tweets, die mit einen @ beginnen, jedoch nur von Followern gelesen werden, die auch Robert Fietzke folgen, war dem Fragensteller offenbar nicht bekannt (Robert aber offensichtlich auch nicht). Die Reichweite dürfte sich deshalb eher in Grenzen gehalten haben.

4. Man druckt keine Twitter-Interviews ab.

Das Dates hat das Twitter-Interview im Layout abgedruckt. The internet goes print? Wenn man dem Thema im Nachklapp eine Seite einräumt, dann kann man den doch inhaltlich nutzen und einen guten Artikel schreiben (oder einen Kommentar oder ein “richtiges” Interview führen). Durch die Form des abgedruckten Interviews übernimmt man von dieser Art des Gesprächs doch nur die Nachteile (Kürze, Layout). Das unterstreicht die Bewerbung des eigenen Twitterkanals und nicht die Wichtigkeit des Themas.

5. Man kann sich über Beteiligung freuen. Aber dann sollte man etwas dazu beitragen.

Eulenspiegel

Die “Zahl des Monats” ist 12.000. Auch in der ersten Frage zum Interview taucht diese Zahl auf. Es scheint so, als sei die Redaktion mächtig stolz darauf, dass so viele (?) Magdeburger auf die Straße gegangen sind, um zu zeigen, dass die Stadt bunt ist. Aber mit der Unterstützung des Dates hätten es mehr sein können. Es ist das älteste Stadtmagazin Magdeburgs mit einer riesigen großen Reichweite. Alle möglichen Menschen lesen es. Dann sollte man sich aber auch unbedingt einen Standpunkt erlauben. Und eben nicht erst nach einem Event darüber berichten. Das machen sie zum Prinzzclub-Geburtstag doch auch nicht. Aber vielleicht ist das Fietzke-Interview auch deswegen in der Rubrik “Eulenspiegel” abgedruckt, die laut Impressum “Satire im Sinne des Pressegesetzes” ist.

Macht mit, macht’s nach, macht’s besser.

Es wird Zeit, dass sich das Dates positioniert. Jahrelang versteckte sich die Meile der Demokratie im Terminteil des Heftes. Jahrelang wurde nicht zum Gegenprotest aufgerufen. Jahrelang wurde im Dates lieber Party gefeiert, statt sich mit dem möglicherweise wichtigsten Tag des Magdeburger Jahres zu beschäftigen.

Mensch, Jungs und Mädels vom Dates, habt doch mal Mut. Ruft zu Blockaden auf oder wenigstens zur Meile der Demokratie. Berichtet im Vorfeld über Bündnisse und all die tollen Menschen, die ihre Freizeit für ein buntes Magdeburg hergeben. Ihr seid die Öffentlichkeit, die ziviler Ungehorsam braucht. Ihr habt eine Verantwortung. Eure Leser verkraften das schon, wenn weniger Utz-Utz und mehr Meinung im Heft auftaucht. Also los: Macht mit, macht’s nach, macht’s besser.

Twitterinterviews sind beliebt, gehen schnell und sind kurzweilig. Über den Sinn und Unsinn von solche Frage-Antwort-Spielen in 140 Zeichen kann man sicherlich streiten - nicht aber über den Inhalt und die Nachnutzung dieser Interviews. Das Magdeburger Stadtmagazin Dates hat in seiner Februarausgabe ein Twitterinterview mit Robert Fietzke, Jugendkoordinator der Linksjugend…

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